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TÜV außer Betrieb

Also ganz ehrlich, manchmal frage ich mich wirklich, ob das nicht doch an mir liegt. Auf der Zulassungsstelle konnte man die Zulassung des Wagens nicht einleiten, weil er keine gültige HU mehr hatte. Klar, dachte ich mir ja schon. Wohl aber teilte man uns ein Kurzzeitkennzeichen für die Vorführung bei einer Prüfstelle zu. So weit gut, ich hatte schließlich extra dafür eine zusätzliche Deckungskarte geordert. Den gedruckten Fahrzeugschein für die Kennzeichen zierte folgender Abschnitt:

Bis zur erfolgreich durchgeführten HU/SP dürfen nur Fahrten zur nächstgelegenen Untersuchungsstelle innerhalb des Zulassungsbezirkes sowie die Rückfahrt durchgeführt werden. Zur Beseitigung von bei der Prüfung festgestellten Mängeln darf die nächstgelegene geeignete Einrichtung im oder dem angrenzenden Zulassungsbezirk angefahren werden. Dies gilt nicht für Fahrzeuge, die als verkehrsunsicher eingestuft wurden.

Ich darf (muss!) den Wagen dieser Formulierung nach also zwecks einer Vorführung von-wo-auch-immer in den Zulassungsbezirk holen, in diesem Falle den Rhein-Pfalz-Kreis, weil ich nur dort eine Prüfstelle anfahren darf. Wir wurden nämlich nicht gefragt, wo der Wagen zum Zeitpunkt der Kennzeichenausstellung stand.

Da sich die Fahrzeugart während des Umbaus geändert hat, nämlich von „LKW geschlossener Kasten mit Ladegerät“ auf bestenfalls einen Pritschenwagen, also „LKW offener Kasten“, muss ich zu einem TÜV, weil ich ja sonst wieder mal das Problem der falschen Fahrzeugart habe, was als gravierender Mangel angesehen wird. Also müssen erst Eintragungen gemacht werden, danach die Hauptuntersuchung. Trotz aller Bemühungen konnte ich keinen TÜV im Zulassungsbezirk Rhein-Pfalz-Kreis finden. Und jetzt?

Die Zulassungsstelle hat die Schilder ausgestellt, sollten die mir doch weiterhelfen. Konnte sie aber nicht. Ich schilderte das Problem und bekam gesagt, dass ich doch einfach zu einem TÜV in einem der umliegenden Bezirke, z.B. Frankenthal, fahren solle. Echt jetzt? Erst schreiben sie explizit, dass ich ebendies nicht darf und dann telefonisch bekomme ich die Erlaubnis, die ich nichtmal nachweisen könnte…? Aber gut, geht ja sowieso nicht anders.

So rief ich beim TÜV Frankenthal an. Ich bräuchte einen Termin zwecks Eintragungen, AU und HU. Ich wurde verbunden. TÜV Kaiserslautern. Kaiserslautern? Ich hatte Frankenthal angewählt… Ja, das wäre eine Anrufweiterleitung, die Vermittlerin säße in Kaiserslautern und hätte deswegen wohl gedacht, ich riefe aus Kaiserslautern an. Aha. Ich wollte aber Frankenthal. Wieder zurück und neu verbunden. LKW 3,5t – 7,49t, Eintragungen, ja alles klar, der Prüfer riefe mich zurück. Tat er auch. Er kann nur Fahrzeuge bis 3,5t prüfen und Eintragungen kann er garnicht machen, ob mir das der Herr am Telefon nicht gesagt hätte? Nö, die Dame hatte extra nachgesehen, aber es war wohl heute zu heiß. (Sagte ich natürlich nicht so… 😉 ) Ich solle doch beim TÜV in Grünstadt anrufen.

Beim TÜV in Grünstadt war erstmal das Telefon ewig besetzt. Als ich endlich durchgekommen war, wurde mir nach Rückfrage mitgeteilt, dass diese Woche (es war gerade mal Dienstag!) nichts mehr machbar wäre, zudem wäre nicht immer ein eintragungsgeeigneter Ingenieur da. Ich erklärte das Problem mit den demnächst ablaufenden Nummernschildern. Ja, das wäre Pech. Mir kam der Gedanke, den Wagen auf das TÜV-Gelände zu stellen und nächste Woche nach Terminvereinbarung die Entragungen und HU machen zu lassen. Haftung für den Wagen übernähmen sie nicht, aber ja, könnte ich so machen. Na gut, auf der Straße haftet auch niemand für den Wagen, eigentlich nirgendwo. Die Dame empfahl mir einen Anruf beim TÜV in Ludwigshafen.

Der TÜV Ludwigshafen rief mich dann wieder mal zurück, weil der betreffende Prüfer gerade eine Auszeit nahm. Beim Rückruf dann die Ernüchterung, das Computersystem würde diese Woche umgestellt, was „von ganz oben beim TÜV“ aus ausginge und zentral gesteuert würde. Keiner vom TÜV Süd könnte mir gerade Eintragungen machen. Ich fragte, ob ich den Wagen diese Woche hinstellen könnte, weil die Kennzeichen abliefen. „Diesen Service bieten wir nicht an.“ Ich blieb freundlich, aber mir ging durch den Kopf, dass diese Arschlöcher diese Woche nicht nur keinen Service anbieten, sondern nicht mal mehr ihren Job erledigen. Eine Mischung aus Frustration und Wut. Jetzt hatte ich also Kennzeichen, die ich zwar bezahlen musste, aber für nichts benutzen konnte.

Aus reiner Verzweiflung rief ich beim Mercedeshändler in Frankenthal an, wo ich zunächst mit einem Meister verbunden wurde. Ich schilderte die Situation und fragte, was mich das kosten würde, wenn ich den Wagen von denen beim TÜV vorstellen lassen würde. (Lieber eine Mängelliste mit falscher Fahrzeugart, als überhaupt keine Ahnung, was die zu meinem bisherigen Werk sagen…) „Der TÜV ist jeden Tag von 8-12 Uhr bei uns im Haus, das brauchen Sie nicht über uns zu machen.“ Okay, super, dann bis morgen.

Kurz vor 9 rollte ich auf das Gelände. Ich ging an den Bremsenprüfstand, neben dem ein Schild vom TÜV angebracht war. Ein Mechaniker wollte mich gleich ins Büro schicken. Ich erklärte, dass ich gestern angerufen hätte und mir gesagt worden wäre, ich solle mich direkt an die Herren vom TÜV wenden. Der gerade anwesende TÜV-Prüfer hatte das Telefonat wohl mitbekommen und bestätigte meine Aussage. Kein Problem, ich müsse nur warten bis der LKW vor mir durch wäre. Prima, reichlich Zeit hatte ich mitgebracht.
Nach einer Weile dann Abgasuntersuchung, alles gut. Lichter, Hupe, Folterbank, Bremsenprüfstand. Die hinteren Reifen bemängelte er, weil die an den aufvulkanisierten Gummischildern des Runderneuerers (und NUR da!) rissig waren. Na super, Reifen mit 14mm Profil, die ich wegschmeißen soll. Und ein Stabilager hinten wäre ausgeschlagen, sonst wäre nichts Wildes zu beanstanden. Dass an den Einstiegen kombinierte Reflektoren mit Seitenmarkierungsleuchten angebracht sind, die aber nicht leuchten, gefiel dem Prüfer nicht. Ich erklärte, dass die verbauten Reflektoren ganz blind gewesen waren und ich aus optischen Gründen die zu den hinteren Leuchten passenden Exemplare verbaut hatte. „Schließ sie doch an, die dürfen leuchten und wenn sie verbaut sind, müssen sie das eigentlich auch.“ Schön! Ich mag fahrende Christbäume.  😛

Nun gut, ich habe eine Arbeitsanweisung zur Erlangung der Plakette. Neureifen für hinten hauen gleich mal mit rund 1000 Euro in die Kasse, da muss ich mir etwas einfallen lassen. Runderneuerte will ich nicht, auch wenn sich so leicht 400 Euro sparen ließen. Ich brachte den 814 wieder zurück auf seine Privatwiese. Die jetzige Situation muss ich erstmal verdauen. Ich mache mir da Sorgen um die Fahrzeugart und der Prüfer mag nur die ausgewaschenen Schilder auf den Reifen nicht… 🙁

TÜV bei Mercedes Sutter in Frankenthal.

Meine Finanzen sind momentan völlig aus dem Lot, das ist kein Geheimnis. Die Angebote an Hallenbauplatten machten mir schnell deutlich, dass ich den erneuten Versuch des Kofferbaus derzeit garnicht erst zu starten brauchte. Somit wurde das Fehlen eines trockenen Schrauberplatzes zum zweitrangigen Problem. Eine Alternativlösung muss her. Mein jetziger Wagen müsste verkaufbar werden, in dem wohne ich aber. Ein Wohnwagen? Und den mit dem 814 ziehen? Wohnwagen mit TÜV sind meist auch nicht gerade günstig. Oder einen Wohnwagen für auf die Pritsche? Wäre eine Möglichkeit. Der bräuchte keinen TÜV und ich könnte ihn dadurch notdürftig zurechtflicken, um den nächsten Winter überstehen zu können.

Der Kleinanzeigenmarkt hatte ein Angebot in der Nähe zu bieten:

Wohnwagen ohne Papiere

Laut Verkäufer ist der Wagen dicht, nur die Dachluke könnte mal neu eingedichtet werden. Preis laut Anzeige 550 Euro. Klein genug für die Pritsche müsste er sein, sogar ohne die Deichsel abzusägen. Groß genug zum Überwintern sollte er umgekehrt auch wieder sein. Anschauen.

Ich schaute zuerst innen, weil ich ja auch wissen wollte, ob so ein Ding als Unterschlupf ausreicht. Joa, mit ein paar kleinen Veränderungen am Ausbau würde die Größe völlig reichen. Im Einstiegsbereich war der Boden weich, das fiel mir gleich auf. Hier und da war schon unsachgemäß ausgebessert worden, momentan war der Wagen eher Schuppenersatz. Die hohe Luftfeuchtigkeit war dank der Sonne nicht zu überfühlen. So viel zum Thema „dicht“. Die Tür des Kleiderschranks ging nicht auf, das Dach hatte sich gesetzt. Der Wagen war echt „durch“. Von außen war dann auch gleich alles klar, die Ecken unten waren aufgeplatzt, alles morsch. Ich bedankte mich beim Verkäufer für seine Zeit. Er meinte, der Fairness halber müsse er mir sagen, dass nächste Woche jemand kommen wollte, dem er den Wagen für 400 Euro angeboten hätte. Der wollte ihn für die Kinder in den Garten stellen. Kurz darauf sagte er mir, 350 Euro müsse er für den Wagen auf jeden Fall haben, so wie er dasteht. Alles klar, aber nicht von mir! Ich saß noch draußen im Auto, als die Kleinanzeigen-App aufpoppte und mich wissen ließ, dass der Angebotspreis auf 450 Euro gesenkt worden wäre… 😀

Immerhin weiß ich jetzt, dass ein Wohnwagen durchaus eine Option für den Übergang ist. Allein dafür hat sich die Fahrt gelohnt.

4 Kommentare

  1. Moin Petsi!

    Alter, was ne Reuse! Wenn der Himmel so runterhängt, dass die Schranktür nicht mehr aufgeht, hat der sich nicht gesetzt, sondern ist wohl eher komplett faul. Da kam wohl schon länger „Feuchtigkeit“ am Dachfenster durch?!

    Ich hab mir vor ein paar Jahren auch nen alten Wohnwagen gekauft. Angeblich dicht. Naja, bis zum nächsten großen Regen. Ich hab dann alle Ecken, Kanten und Leisten mit alukaschiertem Butylkautschukklebeband abgeklebt (Bilder auf der BULLIZEI-Homepage!). Sieht vielleicht nicht schön aus und ist n bißchen Gefrickel, aber billig und dicht. Wo das Zeug einmal klebt, da klebt das!

    BULLIZEIliche Grüße

    Marcus

    http://www.bullifreundeostfriesland.de/Bullizei/index.html

    1. Hi Marcus! Ja, das Ding war ein echtes Schmuckstück. Kam auch nicht in Frage, dem seinen Schrott zu entsorgen und dafür auch noch Geld zu bezahlen. Inzwischen habe ich ganz viele Wohnwagen gefunden, die laut Beschreibung absolut dicht und in top Zustand waren, nur die Ecken des Bodens wären morsch oder hier und da eine der Eckleisten lose. Nee, keine Option… 😀

      1. Hallo Petsi!

        Ja, das kenn ich! 🙂

        Ich hab damals auch länger gesucht und mir reichlich Schrott angeguckt.

        „Ich verkaufe den Wohnwagen nur für meinen Sohn und kann Ihnen nichts weiter dazu sagen. Aber der ist dicht.“ Den Tag wars zum Glück am Regnen. Tür auf, erster Blick innen ans Dach: ein Feuchtigkeitsfleck so groß, dass eine große Aldi-Tüte den nicht hätte verdecken können! Verkäufer: „Ach! Das hab ich ja noch garnicht gesehen!“ Nee, is klar! Den hab ich da wahrscheinlich grad hingehext, oder was?!?! 🙂

        Oder kennst du diese komischen „Pilze“ (oder was das ist), die manchmal an Baumstämmen wie so kleine „Ablagen“ am Stamm wachsen? Sowas schonmal an der Wand im Bad eines Wohnwagens gesehen?! Und der stand bei nem Händler!!! Das selbe Blödtun! Verkauf im Kundenauftrag (wahrscheinlich um die Garantiepflicht als Händler zu umgehen!?) und vorher vollmundiges „Der ist in Topzustand, bla, bla, lüg!“ Als ich ihn drauf ansprach, tat er blöd, von wegen noch garnicht gesehen, müssen nochmal mit dem Kunden sprechen, blabla.

        http://www.bullifreundeostfriesland.de/Bullizei/index.html

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