Planung

Umdisponieren?

Hätte ich doch nur… – Habe ich aber nicht. Den angeranzten originalen Koffer hätte ich mit weit weniger Geld und Arbeit saniert und isoliert, und würde auch schon längst darin wohnen. Stattdessen habe ich mich wieder mal für die K(r)ampflösung entschieden und bin immer noch weit von meinem Ziel entfernt, sogar weiter als direkt nach dem Kauf des 814. Was kann ich ändern?

Nach dem ersten Bauversuch der Kofferbasis, die bekanntermaßen in einem Desaster endete, bin ich total verunsichert und traue mich garnicht mehr so recht an eine Fortsetzung. Inzwischen zweifle ich auch echt an den Stabilitätsqualitäten des Selbstbaucontainers. Wie sollte man den verladen? Gabelstapler? Der drückt doch unten nur Kerben in die Winkelbleche und Flächen. Kran? Dann bräuchte der Koffer am besten oben Ösen oder Bügel, in denen man Gurte einhängen kann. Und die Befestigung auf dem Hilfsrahmen? Die Halteplatten sind sicher okay, aber wie ich sie an die Winkelbleche angesetzt hatte, gefällt mir nicht mehr so richtig. Am liebsten hätte ich die Halteplatten auch am Koffer geschraubt, aber nicht in das 2mm Blech. Irgendwie muss ich auch die Sache mit dem Schweißverzug beim Zusammensetzen der Winkelbleche in den Griff bekommen.

Als Alternative zum kompletten Selbstbau ging mir vor kurzem ein ausgedienter Bürocontainer durch den Kopf, der zwar auch noch etwas an die Länge des Hilfsrahmens angepasst werden müsste, aber zumindest vom umlaufenden Außenrahmen her schon eine stabile Basis darstellen würde. Die Wände raus und Hallenbauplatten rein, das brächte gute Isolierung und etwas Gewichtsersparnis. Die Containerlocks an allen Ecken bieten prima Befestigungsmöglichkeiten für einen Kran oder Stützen. Umgekehrt hätte ich Halterungen für die Locks viel einfacher haben können als mit meinem komplexen Hilfsrahmen. Dumm gelaufen, jetzt müsste ich den Bürocontainer auch wieder mit Halteplatten fixieren. Wie sinnlos.

Zum Glück schaute ich dann mal nach, was so ein Bürocontainer ohne Einrichtung wiegt. Der Beispielcontainer wog 2250kg. Echt jetzt??? Für meinen Selbstbaucontainer hatte ich ein Leergewicht von etwa 1000kg errechnet. Derzeit wiegt das Fahrgestell mit Hilfsrahmen und Staukästen 3840kg, mit dem leeren Bürocontainer wäre ich dann schon bei 6090kg. Leer. Also so richtig ohne was drin oder dran, selbst im Dieseltank ist da noch nichts und auch das Reserverad steht dann noch in der Garage. Noch kein Ausbau, keine Akkus, kein Wasser, kein Werkzeug,… Unmöglich.

Das Thema Bürocontainer ist also schon wieder erledigt. Was blieb ist der Gedanke, den Isokoffer stabiler zu gestalten, ohne extrem viel Gewicht hinzu zu fügen. Einerseits erschien mir der Gedanke, auf den Hilfsrahmen einen Hilfsrahmen zu schrauben, wie eine Schnapsidee. Andererseits könnte ich mit einem weiteren U-Profil-Rahmen zwischen meinem Hilfsrahmen und den Eckprofilen des Koffers die Befestigung auf dem Hilfsrahmen vereinfachen und geschraubt realisieren. Der Kofferrahmen würde mit dem Koffer fest verbunden und böte die Möglichkeit, schraubbare Halter zum Anheben des Koffers anzubringen. Man könnte auch den Koffer eher mal auf den Boden stellen, als nach dem bisherigen Konzept mit den angeschweißten Halteblechen. Ein Rahmen mit 3 querliegenden Zwischenstreben würde bei U-Profilen in 50/40/4mm knapp 100kg wiegen. Sollte ich mir diesen Luxus leisten…?

11 Kommentare

  1. Moin Alder,
    nämliche Gedanken plagen mich seit einer halben Ewigkeit – nur eben dass ich noch offen bin für alle möglichen Lösungen, da noch ohne Fzg.
    Gestern bin ich zufällig auf den Blog vom Aumumot gestossen, der auf seinen Vario 814 einen gebrauchten SelbstbauWoKo gesetzt hat. War wohl vorher auf ńem Iveco. Das hat mich dann schon gejuckt, da ich auch auf Vario setze. Ich schiele öfter mal nach Norden, auf blocket.se, da sind schöne frostfeste Wohnkisten mit guten Heizungen im Angebot. (Grad ist mir ´n 814er Bücherbus in Tromsoe durchgerutscht..war nicht fix genug) Ja ich weiss das liegt in NO, war wohl ’ne andere Seite..welche sag ich aber nicht.
    Aber bevor Du gar nix hast, kuck doch mal nach ’nem Hobby 420 oder so in der Klasse. Evtl. bei den Tulpendieben, die fahren doch so gerne kleine Kisten.
    Alternativ könnte ein Blick in Womobox.de helfen, der User Anton hat schon seine zweite Kiste selbstgebaut, der kennt sich aus mit stabilität. Hat viele Fotos zu seiner Arbeit reingestellt.

    Also gutt Lack, wie der Franzose sagt.
    Grüsse der Tellus

    1. Hi Tellus! Wohnwagen als Übergang hatte ich auch schon überlegt und gesucht, aber die Preise waren wenig verlockend. Ich habe verschiedene Wohnoptionen, insofern konzentriere ich mich erstmal auf das Ziel, eben einen gut isolierten, großen und abnehmbaren Koffer auf dem 814.
      André Amumot kenne ich freilich, der hatte zuerst den Iveco mit Selbstbaukabine gekauft und gefahren, kaufte und wechselte später das Trägerfahrzeug, eben den Vario.
      Anton hatte ich auch gelesen, auch vor einiger Zeit schonmal, wie mir mittendrin auffiel. Für mich wären eher die Hallenbauplattenkoffer interessant, wie ihn z.B. RoBi gebaut hat. Nur eben in größeren Abmessungen und mit Erfahrungswerten beim Abnehmen. Irgendwie beneide ich die Leute, die sich einfach hinstellen und machen, statt zu planen, zu zweifeln und nicht weiter zu kommen…

  2. Ich habe heute immer wieder an den Koffer gedacht. Ich will ja dass es weiter geht und dank meiner Arbeit könnte es bald weiter gehen. Nur brauche ich dafür den Plan in der Tasche, wie es weiter gehen soll.

    Der Unterrahmen für den Koffer gefällt mir umso besser, je länger ich darüber nachdenke. Einfach und schnell zu bauen, direkte und stabile Basis für den Hochbau, zudem noch ideal als unempfindliche Montagemöglichkeit von Hubstützen und Halteplatten.

    1. Beim Thema Rahmen fiel mir der Bericht aus dem Explorermagazin vom Frühjahr ’15 ein.
      Der Tobi Krause hat doch seinen 12M18 mit einem Alurahmen zur Aufnahme der Aussenflächen versehen. Darunter versteckt war ein Hobby Wo_Wa. Ledo Medo haben die Kids ihn genannt.
      https://www.youtube.com/watch?v=YaiJ128Eo2Y

      Die Lösung geht mir seitdem nicht mehr aus dem Schädel.
      Du kannst gut schweissen und ein Stahlrahmen sollte gewichtsmässig drin sein.

    1. Hi Tellus! Für mich sieht das nach dem Tausch einer Baustelle gegen eine größere Baustelle aus. Die schwere Klasse macht es für meinen mittelschweren Führerschein nicht gerade besser als die leichte Klasse. So ein 14 Tonner hat sicher ein schwereres Fahrgestell als mein 8 Tonner. Zudem kenne ich Leute mit vielen Teilen und Erfahrung vom LN2. Ich bin sicher, fahrgestellmäßig nichts viel besser machen zu können als jetzt. Ich tendiere zum Unterrahmen für den Koffer und einfach nochmal Anlauf nehmen…

  3. Servus Stefan,
    Ich hab auch nen 814 mit Titgemeyer Koffer, Typ Getovan drauf. Außen Blechelemente, innen Verstärkungen.Das ganze mit 30mm Styrodur ausgefacht und Konterlattung auf den Verstärkungen. Zwischen der Konterlattung noch mal 20mm Styrodur. Paar Staukisten drunter. Das wiegt leer aber vollgetankt ca.4,8t. Mit spartanischen Möbeln, keine Technik (Heizung, PV,Wandler usw.) ca. 5,3 t im letzten Frühjahr in Portugal unterwegs gewesen.
    -> Bau dir keinen Schweren Koffer. Der 814er hat dafür zu wenig Leistung. Lieber einen leichten Koffer mit 2 Kränen und 4 Schlingen auf den 814er heben. Innenausbau dann auf dem Fahrzeug.

    1. Hi Thomas! Vielen Dank für den Kommentar (sorry dass ich ihn erst jetzt freigeschaltet habe) und Deinen Überraschungsbesuch! Das hat mir viel gebracht. Ich habe die ganze Koffergeschichte nochmal durchdacht und werde beim ursprünglichen Plan mit dem Selbstbaukoffer bleiben. Die Sache mit der mageren Leistung relativiert sich, wenn ich mit dem 5t Düdo mit 83PS gegenrechne. Aber ja, ich behalte das Gewicht im Auge. Näheres im nächsten Blogbeitrag… 🙂

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