Bau Planung Reparatur

Beschraubung 2 – Tag 1

Gestern bin ich hier in Süsel aufgeschlagen. Der 814 stand unverändert an seinem Platz. Ich war mir nicht so ganz sicher, ob ich mich darüber freuen sollte. Aber er ist da, also geht es auch weiter.

Ich suchte ziemlich lange im Netz der Netze nach Infos und Teilen zu für mich passenden Eingangstüren, auch fertige Wohnmobiltüren. Fertige Lösungen kommen praktisch nicht in Frage, die sind entweder heftig teuer oder zu klein, zu groß, zu schwer, zu instabil,… Eine Anfrage in der Womobox brachte etwas Licht ins Dunkel.

Heute Mittag, nach einer Gassirunde mit Happy, meldete ich mich bei meinem Hallengeber an. Ich hatte ja die Hoffnung, etwas im Freien schrauben zu dürfen, weil mein Geld natürlich nicht unbegrenzt reichen wird, ich aber so weit wie nur möglich damit kommen möchte. „Na klar, kein Problem!“ Cool! Um den Koffer später vom Fahrgestell zu heben, steht mir hier ein Gabelstapler und sogar ein kleiner Autokran zur Verfügung. Schlagartig war meine Laune super.

Mit diesem Elan ausgestattet, wollte ich noch etwas arbeiten, den Rest des Tages nutzen. Erst mal sehen, ob der 814 nach 8 Monaten Standzeit überhaupt anspringt. Fahrertür – Mist, Schloss klemmte. Hahaha, das fing ja super an. 😀 Also durch die Beifahrertür rein, Fahrertür entriegelt. Vorgeglüht, Schlüssel rum, brummte. Na also, doch ein guter Wagen. Dann war wohl jetzt auch der beste Zeitpunkt, das im Winter immer klemmende Schloss endlich mal zu inspizieren. Werkzeug musste her. Ich rangierte den Anhänger neben den 814. Beim Abkuppeln sah ich, dass mir irgendwer beide Unterlegkeile vom Anhänger abgetreten hat. Am 5.10. waren sie noch dran gewesen, also bleiben nur Meldorf und Barstedt als Optionen. *grummel* Den Düdo stellte ich draußen auf Keile, der Schiefstand der letzten Nacht war etwas unangenehm gewesen. Jetzt konnte es am 814 losgehen.

Ich schraubte die Türverkleidung ab und baute zuerst den Türgriff ab und dann das Schloss aus. Stellenweise furztrocken, stellenweise mit altem Fett verharzt. Das Problem waren aber die trockenen Stellen. Da ich ziemlich schlecht ausgestattet war und es an Rostlöser, Bremsenreiniger und einer großen Dose weißem Fett mangelte, nahm ich mir das Schließzylinderfett zur Hand und bearbeitete mit diesem winzigen Döschen das Türschloss und den Schließzylinder. Es war wohl weniger das Fett als die Liebe zum Werkstück, die das Schloss genesen ließ. Jedes auch noch so kleine Hebelchen bekam etwas Fett verpasst. Und nicht erfolglos. Jetzt flutscht wieder alles so wie es soll und die Tür lässt sich von innen wie von außen geschmeidig auf- und zuschließen.

Ich fuhr den 814 ein Stück vor und öffnete die Ladebordwand. Alle im Laderaum eingelagerten Teile legte ich nebenan hinter einen Anhänger. Die Vorderwand des Koffers ist leider nicht ganz trocken, vorne zur Unterkante läuft noch immer Regen rein. Muss ich demnächst abdichten. Aber wie sollte es jetzt weiter gehen? Ah, ich könnte das Reserverad abbauen, das muss ja sowieso versetzt werden. Gesagt, getan. Natürlich wollten die Schrauben nicht auf gehen, war ja klar. Ich überredete sie mit einem 2m Eisenrohr, das ich auf dem Hof gefunden hatte. Dazu noch ein Spritzerchen Öl und schon klappte alles gut. Erst löste ich das Rad vom Halter und anschließend den Halter vom Rahmen. Jetzt ist Platz für die Treppe, die dann irgendwann mal kommt.

Während ich mir so ansah, wie der Koffer auf den Rahmen geschraubt ist, sah ich es hinten aus der Getriebewanne raus tropfen. Na wenn das mal kein Kühlwasser war, dachte ich so in Erinnerung an die Amputation der Kühlsystemerweiterung. Also erst mal das Fahrerhaus gekippt und alle Schläuche überprüft. Nö, alles super. Aber auf der Verriegelung des Fahrerhauses war es nass. Okay, also falscher Alarm. Beim Vorfahren war nur Wasser vom Kofferdach zwischen Fahrerhaus und Koffer geschwappt und hatte sich in der Getriebewanne gesammelt. Braver Wagen!

Und jetzt? Es war noch etwas Zeit bis zum Torschluss. Oh, ich könnte Fotos von der Ladebordwand machen, die sollte ja in die Bucht. Gute Idee. Ich schoss ein paar Fotos und machte ein Funktionsvideo für Youtube. Dummerweise war der linke Hydraulikzylinder mittlerweile undicht geworden, was den Wert der Bordwand natürlich nicht gerade steigerte. Egal, was sie bringt, bringt sie, weg muss sie sowieso. Ich schloss den 814 und den Anhänger zu und ging nach Hause. Dort lud ich das Video hoch und suchte die Papiere der Bordwand zusammen. Da ich gerade einen guten Lauf hatte, erstellte ich gleich noch die ebay Auktion. Nachtrag: Neues ebay-Angebot

2 Kommentare

  1. Was in Bargstedt tritt doch keiner deine Keile ab, geh aber morgen früh mal den Himmelreich ab und schau ob ich Spuren der Tat finde.
    Was hälst du von einer Bautür, die mit Holz laminieren und insgesammt etwas pimpen, oder ist das ein Hirnfurz ?

    1. Bautür musste ich erst mal googeln… 😀
      Ich denke man kann einfacher auf meine (vielzähligen Sonder-)Wünsche eingehen, wenn man die Tür samt Zarge gleich ganz baut. Mehrfachverriegelung mit tiefem Schloss, durchgehendes, fast flächenbündiges Scharnierband und das Ganze dann Spritzwasserdicht mit flächenbündigem Rahmen und kältebrückenfrei…

      Ich glaube im Nachhinein nicht, dass die Keile in Bargstedt abgetreten wurden. Dort stand der Anhänger nur 3 Stunden Abends unbeaufsichtigt. In Meldorf stand er mehrere Tage und Nächte auf einem schlecht einsehbaren Platz, wo die Kiddies öfters mal am leer stehenden Supermarktgebäude randalieren. – Dort wird das passiert sein.

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