Bau

Nicht ohne Grund

Gestern war ich in Erfurt, habe im Werkzeugladen immerhin 7 der 8 Schrauben für das Rahmenheck bekommen. Ein paar Kilometer weiter ist ein Lackierladen, wo schon 15kg Grundierung auf mich warteten. Einkaufen noch, Post und Ramschladen, dann fuhr ich wieder zur Werkstatt zurück.

Hier kamen erst mal die Schrauben ins Rahmenheck, womit die Anhängerkupplung als final befestigt durchgehen sollte. Eine der alten Schrauben verwendete notgedrungen wieder, sie waren ja auch nicht schlecht gewesen, ich hatte einfach nur zu wenige gehabt, weil die restlichen an der Ladebordwand verblieben waren. Immerhin hatte ich 8 neue Stopmuttern bekommen, also alles im grünen Bereich.

Anschließend verschliff ich noch die ganzen außenliegenden Schweißnähte des Hilfsrahmens. Als sich genug Routine eingestellt hatte und ich in Gedanken versunken die Flex umgreifen wollte, kam ich mit dem linken Zeigefinger zwischen Schruppscheibe und Handschutz. Das ist keine Aktion, die ich weiterempfehlen kann. Aufgrund des ziemlich schnell eintretenden Schmerzes ließ ich meinen Finger auch nicht besonders lange in der Maschine. Auf jeden Fall war damit klar, dass ich den Hilfsrahmen gestern nicht mehr mit Verdünnung abreiben würde, auch wenn Nitroverdünnung bestimmt super desinfiziert. Also war nach dem Schleifen Feierabend.

Heute bekam ich Hilfe, Arbeitsbeginn 9 Uhr. Zuerst rieben wir den Rahmen mit Nitroverdünnung ab. Anschließend versuchte ich, den Bodensatz im Eimer der Grundierung wieder zu einem homogenen Gemisch mit dem dünnflüssigen Teil zu überreden. Bohrmaschine und Rühraufsatz. Die Grundierung überredete allerdings den Rührer zu einem Suizid, so steckte der Rührkopf nach Kurzem unten im Eimer fest und ich hatte nur noch einen Stab in der Bohrmaschine stecken. Ich bog die Stange im Schraubstock zu einem Haken und hatte damit einen einfachen, aber stabilen und effektiven Rührer, der sich von nichts aufhalten ließ. Wir retteten den abgerissenen Rührkopf noch aus dem Eimer und schon hatte die Grundierung verloren. Auf der Küchenwaage mischte ich die Grundierung mit dem Härter, während Ronny die beiden Planen über den Hauptrahmen legte und befestigte. Jeder ein Farbtöpfchen, jeder einen Pinsel, jeder eine Seite – und los! Ich bin so froh, dass ich diese Arbeit nicht alleine machen muss. Streichen ist stumpfsinnig. Klar, man kann es auch freundlich mit „meditativ“ bezeichnen, aber dadurch fühlt sich das für mich auch nicht besser an. Wir unterhielten uns beim Streichen, so merkten wir garnicht, wie wir Stück für Stück voran kamen. Gegen 17 Uhr war alles gestrichen und Ronny machte Feierabend. Ich nahm mir noch einen kleinen Pinsel und arbeitete die Innenseiten der Befestigungskonsolen und Führungsplatten nochmal nach. Ich hab auch noch ein paar Stellen entdeckt, wo überhaupt keine Grundierung hin gefunden hatte. Aber wir müssen morgen sowieso nochmal komplett drüber, müssen wir dort eben satter auftragen.

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